26 Jahre Resident Evil Code: Veronica: Claire & Chris stehen der Apokalypse auf Rockfort Island gegenüber
Genau vor 26 Jahren, am 3. Februar 2000, wurde Resident Evil Code: Veronica für Dreamcast veröffentlicht. Nicht nur eine Fortsetzung – dieser Titel erweitert die Atmosphäre der Geschichte und Mechanik der Serie, bringt Familienkonflikte, biologische Ausbrüche und die Rückkehr eines unerwarteten alten Feindes: Albert Wesker.
Die Handlung beginnt mit Claire Redfield, die mutig in eine Umbrella-Einrichtung eindringt, um ihren Bruder Chris zu suchen. Statt Antworten zu finden, wird Claire gefangen genommen und auf das abgelegene Gefängnis Rockfort Island verlegt. Als eine mysteriöse Streitmacht die Insel angreift, löst ein T-Virus-Leck einen Ausbruch aus, der alles ins Chaos stürzt. Dieses einfache Szenario entwickelt sich zu einer temporeichen Geschichte, die psychologische Elemente und zwischenmenschliche Konflikte gleichwertig neben den biologischen Horror stellt.

Eine der Stärken von Code: Veronica ist seine klar geteilte Erzählstruktur: die erste Hälfte folgt Claire, die zweite Hälfte Chris. Dieser Wechsel der Protagonisten bietet den Spielern unterschiedliche Perspektiven auf dieselben Ereignisse – und verlängert gleichzeitig die Dauer und Tiefe der Geschichte. Die Herausforderungen und der Umfang der Story machen auch Zeitlimits zum Freischalten geheimer Gegenstände (z. B. die Bedingung „in 5 Stunden abschließen“) deutlich anspruchsvoller als in früheren Teilen.

Im Gegensatz zu den frühen Serien-Titeln, die noch stark auf vorgerenderte Szenen setzten, rendert Code: Veronica die gesamte Umgebung in Polygonen. Die feste Kamera (fixed camera) bleibt in vielen Szenen erhalten, aber das Spiel zeigt bereits eine Kamerafreiheit, die in den folgenden Hauptteilen noch stärker spürbar sein wird. Diese technische Veränderung markiert einen visuellen und mechanischen Wendepunkt für die Resident Evil-Reihe hin zu einer neuen Ära.

Ein besonders denkwürdiger Moment für Fans ist die Rückkehr von Albert Wesker in die Hauptgeschichte. In der später weithin bekannten Version Code: Veronica X (Veröffentlichung am 22. März 2001) zeigt Wesker Fähigkeiten, die fast übermenschlich sind: hohe Geschwindigkeit, Sprünge und Bewegungen, die kaum menschlich wirken, sowie die Fähigkeit, gegen B.O.W.s ohne Waffen zu kämpfen. Diese Transformation macht ihn vom mysteriösen Drahtzieher zu einer direkten Bedrohung, die die Serie in den folgenden Titeln verfolgen wird.
Obwohl ursprünglich exklusiv für Dreamcast und ohne klare Seriennummer, wird Code: Veronica als kanonischer Teil des großen Resident Evil-Handlungsstrangs anerkannt. Das Thema von Liebes-Hass-Drama, die Atmosphäre psychologischen Horrors, die Erzählstruktur mit zwei Protagonisten sowie die visuelle Evolution machen diesen Titel zu einem treuen Favoriten vieler Fans – nicht nur, weil er die Geschichte fortsetzt, sondern auch, weil er stilistische und narrative Risiken eingeht, die später Titel wie Resident Evil Revelations 2 inspirierten.